Das Volkskunstensemble JIZERA wurde im Juni 1986 in Liberec von den Eheleuten Milena und Josef Knajblovi gegründet. Diese waren jedoch bereits vorher in der Folklore tätig, und zwar im Ensemble Podještědský soubor písní a tanců (Lieder- und Tanzensemble der Region um den Jeschken), das sie gerade 1986 verließen und das Ensemble JIZERA gründeten. Dieses wurde zu einem Interessenszirkel für künstlerische Tätigkeit am Kulturhaus Liberec, das zugleich sein Träger war.

Bereits im September desselben Jahres wurden für das Ensemble völlig neue Mädchen-Arbeitstrachten (Kleider, Blusen, bunte Schürzen, Unterröcke und Kopftücher) zugelegt. Gleichzeitig ließ man auch Männertrachten (Hemden, Westen, Hosen, Krawattentücher) nähen und Hüte und Stiefel herstellen.

JIZERA bestand zu dieser Zeit aus 12 Tanzpaaren sowie einigen selbstständigen Sängern und wurde von der Musik unter der Leitung von Jindřich Jehlička begleitet.

Bereits 1987 organisierte JIZERA in Liberec ein internationales Volkskunstensembletreffen.

Es begann eine mehrjährige erfolgreiche Periode voller gelungener Auftritte, nicht nur in der nächsten Umgebung, sondern auch im Ausland. Als erfolgreichste Veranstaltungen werden zu Recht die Auftritte im Rahmen der Volkskunstfestivals auf Sardinien und in der Normandie betrachtet. So entstand eine Reihe neuer Tänze und Choreographien, wie z. B. „Na šejdovci“ (Hrajte mě muzikanti, Ztratila jsem kajdu, Na Proseči u Klajzrů, Chodil jsem na Proseč, Třasák Pepička,…), der Weihnachtsblock „Štědrej večer nastal aneb veselé obrázky vánoční“ oder der Programmblock „Zelenej věneček, červenej šáteček“ (Hořický mládenci, Ty tuháňský louky, Zelenej šáteček červenej věneček, Špacírka, Když má milá husy pásla, Nechce mě panenka, u. A.)

Nach diesen erfolgreichen Jahren kamen auch schwere Jahre. 1991 verließ die Musikkapelle das Ensemble und dieses stand Problemen in Form eines Mangels an Tänzern und des Fehlens der Musik gegenüber.

1993 konnte die Zimbelmusik von Dušan Kotlár zur Zusammenarbeit gewonnen werden. Es begann wieder eine erfolgreiche Periode voller interessanter Auftritte in der Tschechischen Republik und auch im Ausland. Höhepunkt war ein Austausch mit einem Volkskunstensemble aus dem norwegischen Vikersund. 1999 beendete auch diese Musikkapelle ihre Tätigkeit und das Ensemble stand wieder ohne Musiker da. Zu den wichtigsten neuen Choreographien gehören der Block von Tänzen aus der Region um den Jeschken und entlang der Iser „Bejvávalo, bude zas“ oder der Programmblock der Soldatenlieder und -tänze „Svobodní mládenci“.

1995 machte sich das Volkskunstensemble JIZERA selbstständig und es entstand ein Bürgerverein.

Auf seine Renaissance musste das Ensemble Jizera einige Jahre warten, und zwar bis 2001, als eine neue Musikkapelle unter der Leitung von Jan Duňka und Dalibor Tuž von dem Ensemble Podještědský soubor písní a tanců (Lieder- und Tanzensemble der Region um den Jeschken) in das Ensemble Jizera übertrat.

Seit diesem Zeitpunkt hat Jizera dutzende Volkskunstauftritte veranstaltet und an zahlreichen kulturellen und gesellschaftlichen Veranstaltungen, Volkskunstfestivals und anderen Festen teilgenommen. Das Ensemble ließ sich ebenfalls weitere Teile für die Festtags- und halbfestlichen Trachten nähen, die im Laufe der Zeit und entsprechend den finanziellen Möglichkeiten des Ensembles ergänzt wurden. Zu den grundlegendsten Tänzen und Choreographien der neuen Ära des Volkskunstensembles gehören Tänze wie z. B. Kolovrátek, Libonická, My jsme hoši z Ještěda, Chodil jsem na Proseč, Sousedovi koně, K Proseči je cesta, Šotyše, Procházka po kole, Nesla bába čerta v nůši, Čí to, čí to, čí to und auch die erneuerte Premiere des Weihnachtsblocks „Štědrej večer nastal, aneb veselé obrázky vánoční“.

Zu den erfolgreichsten ausländischen Festivals, an denen JIZERA in dieser Ära teilgenommen hat, gehören die 40. Europeade auf Sardinien, „Toon & Tine“ in Belgien, das internationale Kinderchorfestival in Halle (Saale) in Deutschland, das 38. Internationale Volkskunstfestival in Aviano, Italien, die „Tage der tschechischen Kultur“ in Colombelles oder das internationale Volkskunstfestival Cugand in Nantes, Frankreich.

Die Eheleute Knajblovi bereiteten mit Hilfe der Eheleute Dědečkovi den umfangreichen Programmblock Rok na vsi (Ein Jahr auf dem Lande) vor. Sein erster Teil wurde 2002 unter der Bezeichnung „Pomlázka se čepejří, panímáma nevěří“ eingeführt und enthält Tänze, Spruchweisen; Lieder und Bräuche mit Frühjahrs- und Osterthematik.

2004 folgte der zweite Programmteil mit dem Titel „Mé milé léto“. Dieser besteht aus sommerlichen Spruchweisen, Tänzen und Liedern. In demselben Jahr kamen weitere Trachtenteile für die Mädchentrachten in den Fundus des Ensembles hinzu, und zwar Röcke, Schnürmieder und Kopfputze, die sich die Mädchen selbst bestickten.

Den dritten Teil von Ein Jahr auf dem Lande, „Bude vojna bude“, bereiten die Eheleute Knajblovi 2005 allein, ohne die Eheleute Dědečkovi vor. Er besteht aus vier Teilen: Feldarbeit, Soldatenwerbung und Krieg, Allerseelen sowie Kirchweih. In diesem Jahr ließen wir neue Hemden für die Herrentrachten nähen.

Gleich im darauffolgenden Jahr, also 2006, bekamen die Mädchen neue Blusen, Jäckchen (Joppen) und weiße bestickte Schürzen zur Festtagstracht.

2008 wurde im Rahmen des Jahreskonzertes der vierte Teil des Programms Ein Jahr auf dem Lande, „V zimě aneb Hopsa bábrle, zmrzlá košile“ erstaufgeführt. Der Choreographie nahmen sich wiederum die Eheleute Knajblovi gemeinsam mit ihrer Tochter Milena und Helena Janoušková an.

Die musikalische Bearbeitung aller vier Programmblöcke übernahm Dalibor Tuž.

Anfang 2009 verließen die Eheleute Knajblovi sowie das letzte Gründungsmitglied, Pavel Škoda, das Ensemble und gingen in „Volkskunstrente“, wobei sie auch weiterhin Unterstützung und Inspiration für die weitere Tätigkeit bleiben.

Als oberster Leiter des Ensembles wurde Dalibor Tuž gewählt, als weitere Leiter Jan Volf und Helena Janoušková. Die choreographische Arbeit übernahmen die „altneuen“ Mitglieder der Tanzsektion, Radka und Vladimír Dědečkovi, die anschließend ebenfalls in die Leitung des Ensembles gewählt wurden. Dědečkovi schufen weitere einzelne Tänze, vor allem aber das neu komponierte Programm Lidová svatba v hospodě, dessen Premiere am 4. Juni 2011 zum Anlass des 25-jährigen Jubiläums des Ensembles im Kleinen Theater in Liberec stattfand. Zu diesem feierlichen Anlass schaffte sich das Ensemble neue feierliche Herrenwesten, 2 Hochzeitshüte, weiße Häubchen für die verheirateten Frauen sowie weiteren Hochzeitsbedarf an.

Derzeit zählt das Ensemble 33 Mitglieder – 17 Tänzer/innen sowie 16 Musikanten.